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Herr
Markus Eder

markus.eder@drk-weinstadt.de

Notfallnachsorgedienst

Zurzeit untersützen 2 Helferinnen/Helfer aus Weinstadt den Notfallnachsorgedienst (NND).

Notfallnachsorge ist eine psychosoziale Akuthilfe, eine Erste Hilfe für die Seele.

Die Notfallnachsorge ist eine kurzfristig einsetzbare, zeitlich begrenzte Begleitung von unverletzt gebliebenen Menschen in akuten Krisensituationen, hervorgerufen durch ein besonders belastendes, traumatisches Erlebnis.   

Einsatzindikationen 

  • Erfolglose Reanimationen (plötzliche Todesfälle)
  • Unfälle mit Schwerverletzten und Todesfällen
  • Suizid
  • Unterstützung beim Überbringen von Todesnachrichten
  • Beistand bei der Verabschiedung von einem Verstorbenen
  • Begleitung zu Identifizierungen
  • Plötzlicher Kindstod
  • Vermisstensuche
  • Brandeinsätze
  • Evakuierungen
  • Akut lebensbedrohliche Erkrankungen
  • Großschadensereignisse
  • Katastrophenfälle
  • Gewalt- und Missbrauchshandlungen
  • Angehörige nach Tötungsdelikten
  • Angehörige und Opfer nach kriminellen Handlungen
  • Stressbewältigung nach belastenden Einsätzen für Einsatzkräfte
  • uvm.

Aufgaben 

Wird ein Mensch überraschend mit einer Situation konfrontiert, die Er für sich oder Angehörige als lebensbedrohlich erlebt, die außerhalb seiner normalen Erfahrung liegt und für die Er keine Bewältigungsstrategien hat, kann er psychisch traumatisiert werden. In dieser akuten Krisensituation kann eine kompetente menschliche Begleitung und Betreuung bei der Bewältigung des tragischen Ereignisses helfen und etwas Ordnung ins Chaos bringen.      

Die NND-Mitarbeiter/innen  unterstützen die Betroffenen zum Beispiel durch:

  • menschliche Nähe --> „einfach da sein“
  • Zuhören
  • Reden
  • Information
  • Vermittlung z.B. mit Polizei, Feuerwehr…
  • Trösten
  • evtl. gemeinsames Beten
  • Aktivierung des vorhandenen sozialen Netzes
  • Im Bedarfsfall Sicherstellung weiterer Betreuung durch Angehörige, Freunde, Seelsorger, Ärzte, Selbsthilfegruppen, soziale Dienste, Frauenhaus,..

Die Notfallnachsorge ist keine Psychotherapie ! 


Organisation im Rems-Murr-Kreis 

Der Rems-Murr-Kreis wird durch  4 örtliche NND-Teams abgedeckt. Rund um die Uhr ist im gesamten Kreisgebiet die Einsatzbereitschaft innerhalb von 30-60 Minuten gewährleistet. Die Notfallnachsorge ist grundsätzlich ehrenamtlich und die Einsätze kostenlos. Die NND-Mitarbeiter/innen stehen natürlich unter Schweigepflicht.

Die Alarmierung erfolgt über die Rettungsleitstelle in Waiblingen auf Anforderung des Rettungsdienstes, der Polizei, der Feuerwehr oder anderer Personen (auch Privatpersonen über die 112). 

Normalerweise geht immer ein/e NND-Mitarbeiter/in zusammen mit einem Notfallseelsorger gemeinsam in den Einsatz. Der diensthabende Notfallseelsorger wird parallel von der Leitstelle alarmiert. Die Zusammenarbeit mit der Notfallseelsorge ist im Rems-Murr-Kreis sehr gut und die zwei Dienste ergänzen sich im Einsatz sinnvoll. Sind mehrere Personen zu betreuen (z. B. bei großen Unfällen, Großschadensereignisse, Schulen usw), gehen mehrere NND-Mitarbeiter/innen in den Einsatz.

Oftmals ist diese Arbeit sehr berührend, traurig und belastend. Deshalb haben die Helfer auch eine spezifische Ausbildung durchlaufen.

Wir suchen immer neue Mitarbeiter für den NND, die nicht unbedingt volle DRK Helfer werden müssen, sondern sich auch nur für den Bereich NND einsetzen können.

Voraussetzungen der NND- Mitarbeiter/innen 

Objektive Kriterien:            

  • Mindestalter 21 Jahre
  • Abschluss einer Berufsfindung
  • Physische Belastbarkeit
  • Tadelloser Leumund

Subjektive Kriterien:          

  • Klarheit über die Motive
  • Zuverlässigkeit
  • Empathie und Taktgefühl
  • Psychische Stabilität
  • Beständigkeit der Lebensführung
  • Fortbildungsbereitschaft

Ausbildung der NND – Mitarbeiter/innen

  • mindestens Erste Hilfe Ausbildung
  • zweiteilige Grundausbildung
  • Hospitation bei Einsätzen
  • Abschlusslehrgang mit Prüfung
  • regelmäßige Fortbildungen über spezielle Themen

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